Der VfL Wolfsburg hat in der Relegation gegen den SC Paderborn den Klassenerhalt verpasst und landet nach einer desaströsen Saison in der Zweiten Liga. Mit nur 29 Punkten in der regulären Bundesliga-Saison und zwei Trainerwechseln steht der Verein vor einem Neuanfang. Nach 29 Jahren in der Bundesliga ist dies der erste Abstieg des Clubs, der einst mit Europapokal-Ambitionen antrat. Die Fehlentscheidungen des Aufsichtsrats, insbesondere die Verpflichtung von Peter Christiansen als Geschäftsführer, haben zu diesem Tiefpunkt geführt.

Christiansen, der zuvor beim FC Kopenhagen erfolgreich war, konnte in der Bundesliga nicht überzeugen und hinterließ einen schlecht zusammengestellten Kader. Der von ihm ausgerufene "Wolfsburger Weg" führte nicht zur gewünschten Stabilität, sondern zu einem dramatischen Absturz. Im März 2024 wurde er schließlich freigestellt, doch die Schäden waren bereits angerichtet. Besonders besorgniserregend ist der Verlust von Ralf Kellermann, dem Direktor Frauenfußball, der zu Borussia Dortmund wechselte, was die Zukunft der Frauenmannschaft gefährdet.

Die Saison 2024/25 begann enttäuschend für die Männermannschaft, die unter dem neuen Trainer Paul Simonis, der ebenfalls keine Bundesliga-Erfahrung hatte, leidet. Nach einer katastrophalen Niederlage von 1:8 in München und einem schwachen Kader, der im Winter nicht entscheidend verstärkt wurde, stehen die Chancen auf eine Rückkehr in die Bundesliga schlecht. Die Transferentscheidungen von Christiansen, wie die Verpflichtung von Kento Shiogai und Jonas Adjetey, erwiesen sich als fragwürdig.

Dieter Hecking, der 2015 mit dem VfL Pokalsieger wurde, übernahm die Mannschaft in der Hoffnung, sie zu stabilisieren. Trotz seiner Bemühungen konnte er den Abstieg nicht verhindern. Der VfL Wolfsburg steht nun vor einer ungewissen Zukunft und muss sich neu orientieren, um in der kommenden Saison wieder konkurrenzfähig zu sein.