Der VfL Wolfsburg hat im Weimarer Land die Vorbereitung auf seine erste Zweitliga-Saison seit 30 Jahren aufgenommen. Nach dem Abstieg aus der Bundesliga 2025 mit nur 29 Punkten aus 34 Spielen (7 Siege, 8 Unentschieden, 19 Niederlagen) und einer Serie von zwei verlorenen Partien in Folge steht der Verein vor einem kompletten Neuanfang.

Wie die Mannschaft nach dem Abstieg neu formiert wird

Trainer Tobias Strobl, seit Juli 2026 im Amt, nutzt das Trainingslager, um aus einem Kader von 39 Spielern eine schlagkräftige Einheit zu formen. Die Stimmung im Team ist dabei überraschend gut: Lachen und laute Anfeuerungen prägen die Einheiten, obwohl die Erinnerung an die Vorbereitung auf die schwächste Saison der Vereinsgeschichte noch frisch ist. Strobl selbst spielt im Training mit Stürmer Dzenan Pejcinovic und lobt die Dynamik der Mannschaft. „Wenn ich sehe, wie schnell die Jungs sind, bin ich froh, dass ich von außen beobachten kann“, sagt der 37-Jährige.

Am 25. Mai 2026 verlor Wolfsburg das letzte Bundesliga-Spiel mit 1:2 gegen den SC Paderborn 07. Die letzten fünf Partien endeten mit einer Bilanz von einem Sieg und zwei Unentschieden bei zwei Niederlagen (LLDDW). Mit einem Torverhältnis von 45:69 (-24) und 60 Punkten Rückstand auf den FC Bayern München war der Abstieg nach 29 Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit unvermeidbar.

Neue Spieler prägen den Umbruch

Der Kader hat sich radikal verändert. Statt auf junge Talente aus dem Ausland setzt der VfL nun auf erfahrene deutschsprachige Spieler mit Zweitliga-Vergangenheit. Dazu gehören Außenstürmer Fabian Reese (ehemals Hertha BSC), Stürmer Robert Glatzel (Hamburger SV) und Innenverteidiger Hauke Wahl (St. Pauli). Zusammen mit Torwart Timon Wellenreuther und Mittelfeld-Rückkehrer Elvis Rexhbecaj sollen sie die neue Achse der Mannschaft bilden. Kapitän Maximilian Arnold, seit 15 Jahren beim Verein, betont die Einsatzbereitschaft der Neuzugänge: „Die gehen alle die Extrameile mehr, das sind wirklich charakterstarke Jungs.“

Herausforderung Riesen-Kader

Doch der Kader ist zu groß. Mit 39 Spielern droht Frust, auch wenn vier WM-Fahrer wie Stürmer Mohammed Amoura voraussichtlich nicht zurückkehren werden. Die Integration der Neuzugänge läuft bisher reibungslos, doch die Frage bleibt: Wie schafft es Strobl, aus der Masse eine schlagkräftige Mannschaft zu formen? Die Antwort könnte in der Mentalität liegen – und in der Erfahrung der neuen Spieler.