VfL Wolfsburg startet mit erheblichen Personalsorgen in die neue Saison der 2. Bundesliga. Vier Spieler aus der Startelf fehlen dem Team zu Beginn. Diese Ausfälle kommen zu einer turbulenten Transferphase, in der über 20 Profis den Verein verließen und rund 70 Millionen Euro an Ablösesummen eingenommen wurden.
Die Mannschaft von Dieter Hecking steht aktuell auf Platz 4 der Tabelle mit acht Punkten aus vier Spielen. Die Bilanz zeigt zwei Siege und zwei Unentschieden bei einer Tordifferenz von plus vier. In den ersten drei Partien der Saison kassierte Wolfsburg jedoch neun Gegentore, ein deutliches Defensivproblem. Das jüngste 4:4-Unentschieden gegen den FC Energie Cottbus in der VW-Arena, bei dem man eine Zwei-Tore-Führung aus der Hand gab, unterstrich diese Schwäche. Fans hatten das spektakuläre Remis miterlebt.
Die genauen Namen der vier fehlenden Stammkräfte wurden nicht detailliert genannt, doch die Abgänge prägen das Bild. Einer der prominentesten Weggänge ist Innenverteidiger Moritz Jenz, der zum Schweizer Klub Young Boys Bern wechselte. Trainer Dieter Hecking, oft einfach „Boss“ genannt, muss seine defensive Formation neu ordnen. Die vielen Abgänge hinterlassen Lücken, die nicht alle sofort geschlossen werden konnten.
Zusätzlich zu den sportlichen Herauslagen blicken sieben weitere Wolfsburger Profis einer ungewissen Zukunft entgegen. Für einen dieser Spieler laufen bereits Gespräche über einen neuen Vertrag. Die aktuelle Squad-Liste des Vereins wird sich also in den kommenden Wochen noch verändern.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Neun Gegentore in drei Spielen sind zu viel für ein Team mit Aufstiegsambitionen. Das 4:4 gegen Cottbus war ein Rückschlag, bei dem zwei Punkte verspielt wurden. Hecking und sein Team müssen dringend mehr Stabilität in die Abwehr bringen. Historisch betrachtet war das Duell mit Energie Cottbus schon vor 16 Jahren für hochkarätige Ergebnisse bekannt.
Die Defensivprobleme sind umso bedenklicher, als der VfL in der Tabelle nur vier Punkte hinter dem Tabellenführer Hertha BSC liegt und somit im Aufstiegsrennen mithält. Eine verbesserte Defensive könnte den Unterschied ausmachen. Die aktuellen Team-Stats zeigen hier eindeutigen Handlungsbedarf.
Neben der akuten Sportlichen Krise gibt es auch Diskussionen abseits des Platzes. Der Fanverband des VfL forderte eine Klarstellung von Hertha BSC wegen beleidigender Gesänge gegenüber Fabian Reese. Solche Vorfälle beschäftigen die Klubleitung zusätzlich.
In einer Meinungskolumne analysierte Andreas Pahlmann den Abstieg des VfL und die anschließende Kaderplanung kritisch. Die vielen Abgänge und der damit verbundene finanzielle Ertrag von etwa 70 Millionen Euro werfen die Frage auf, wie nachhaltig der Neuaufbau gestaltet wird. Ein lokaler Wolfsburger Fußballverein zog sich übrigens bereits frühzeitig aus dem Wettbewerb zurück, ohne überhaupt ein Training absolviert zu haben, ein Kuriosum neben den großen Sorgen des Profiklubs.
Der Fokus liegt nun auf dem nächsten Spiel. Am 12. September 2026 trifft der VfL Wolfsburg auswärts auf den FC St. Pauli, der aktuell auf dem 15. Tabellenplatz steht. Dieses Spiel ist die nächste Möglichkeit, die defensiven Mängel zu beheasen und in der Standings-Tabelle nach oben zu klettern.
