VfL Wolfsburgs Trainer Tobias Strobl muss nach dem DFB-Pokal-Krimi eine Geldstrafe zahlen, weil er den Einzug in die zweite Runde zu früh feierte. Der Bundesligist setzte sich am Montagabend erst im Elfmeterschießen 6:5 gegen den Viertligisten VSG Altglienicke durch, nachdem es nach 120 Minuten 3:3 gestanden hatte. Laut einem Bericht von Bild Sport jubelte Strobl bereits, nachdem Altglienickes Mehmet Ibrahimi (23) seinen Strafstoß verschoss, obwohl Wolfsburgs Kilian Fischer (25) noch antreten musste.
Der 38-jährige Coach wird den Betrag selbst festlegen und in die Mannschaftskasse einzahlen. „Es wird was in die Mannschaftskasse kommen für den zu frühen Sieg-Jubel. Ich habe einfach gedacht, wir haben gewonnen“, sagte Strobl. Sein vorzeitiger Jubel war umso riskanter, da Fischer laut Kapitän Maximilian Arnold (32) gar nicht als Schütze eingeplant war. „Kili war eigentlich gar nicht dran. Dann lief er auf einmal an und war so fokussiert und wir wussten, dass er ihn jetzt reinhaut“, so Arnold. Bence Dardai hätte demnach wahrscheinlich schießen sollen.
Das Elfmeterschießen war voller Wendungen. Neben Ibrahimis Fehlschuss für Altglienicke vergab auch Wolfsburgs Fabian Reese (28) einen Versuch. Trainer Strobl kritisierte Reese jedoch nicht für seinen Fehlschuss. Stattdessen zeigte er Verständnis und verwies auf eigene Erfahrungen mit Strafstößen in der Kreisliga. Er gab sogar zu, dass er selbst in einer solchen Situation nicht den Mut gehabt hätte, einen Elfmeter zu schießen. Der Wolfsburger Strafenkatalog sah einen solchen Fall eines verfrühten Trainerjubels offenbar nicht vor, weshalb Strobl die Höhe der Strafe nun selbst bestimmen darf.
Der knappe Erfolg gegen den Amateurklub rettet Wolfsburg die Teilnahme am DFB-Pokal, bietet aber wenig Grund zum Ausruhen. Die Mannschaft beendete die vergangene Bundesliga-Saison 2025 auf dem 17. Tabellenplatz mit nur 21 Punkten aus 29 Spielen. Die Bilanz von fünf Siegen, sechs Unentschieden und 18 Niederlagen sowie eine Tordifferenz von minus 26 (39:65 Tore) unterstreichen die sportlichen Probleme. In der Abschlusstabelle lag der VfL damit ganze 55 Punkte hinter dem Meister Bayern München. Der Pokal bleibt damit ein wichtiger Wettbewerb, um positive Impulse für die neue Saison zu setzen, die demnächst startet. Die aktuelle Squad-Übersicht zeigt den Kader, der diese Aufgabe bewältigen muss.
Nach der überstandenen Pokalhürde muss sich der Fokus nun auf die anstehende Bundesligasaison richten. Die jüngste Form der letzten Saison, die mit einer Serie von Niederlagen (LLLDL) endete, muss dringend überwunden werden. Die Verantwortlichen um Trainer Strobl werden die Leistung gegen Altglienicke genau analysieren, um Schwachstellen zu beheben. Jeder weitere Pokalerfolg könnte das dringend benötigte Selbstvertrauen stärken. Fans können die kommenden Termine des Clubs auf unserer Fixtures-Seite verfolgen. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob der Verein die Lehren aus der vergangenen enttäuschenden Spielzeit gezogen hat und im neuen Jahr einen besseren Start hinlegt.
