Fabian Reese war der entscheidende Mann beim 5:2 (3:2)-Auswärtssieg des VfL Wolfsburg beim Karlsruher SC am Samstag. Der Offensivspieler bereitete den Ausgleichstreffer vor und schoss zwei Tore selbst, um seine Mannschaft in einem offenen Spiel zum dritten Saisonsieg zu führen.

Die Mannschaft von Trainer Tobias Strobl liegt damit in der laufenden Saison mit vier Punkten aus zwei Spielen auf dem vierten Tabellenplatz. Sie hat ein Tor erzielt und keines kassiert, was eine positive Tordifferenz von +1 bedeutet. Im Titelrennen hat der VfL allerdings noch fünf Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter Hertha BSC.

Das Spiel entwickelte sich von Beginn an zu einem Offensivspektakel. Bereits in der siebten Minute ging der Karlsruher SC in Führung. Shio Fukuda traf per Kopf nach einer Ecke und einer Kopfvorlage von Franke. Nur drei Minuten später glich Alexander Bernhardsson für Wolfsburg aus. Sein Kopfball nach einer hereingeschlagenen Flanke von Fabian Reese landete im Netz. Doch die Gäste konnten sich nicht lange freuen. Marvin Wanitzek schoss den KSC in der zwölften Minute mit einem Traumtor aus 17 Metern erneut in Führung.

Wolfsburg zeigte Charakter und kämpfte zurück. In der 45. Minute nutzte Vinicius Souza einen Fehler von Karlsruhes Torhüter Hans Christian Bernat zum 2:2-Ausgleich. Nach der Pause starteten die Niedersachsen besser. Bernat musste in der 52. Minute gegen Bernhardsson und in der 56. Minute gegen Kento Shiogai eingreifen. Die Entscheidung fiel erst spät. In der 88. Minute erzielte Hauke Wahl das 4:2 für Wolfsburg. In der Nachspielzeit vollendete Fabian Reese nach einer weiteren Unachtsamkeit der Karlsruher Abwehr zum 5:2 Endstand.

Fabian Reese wurde während des gesamten Spiels von den Fans des Karlsruher SC konsequent ausgebuht. Der Grund liegt in der engen Freundschaft der Karlsruher Anhänger mit den Fans von Hertha BSC, Reeses früherem Verein. Die Enttäuschung über seinen Wechsel von Berlin nach Wolfsburg schlug sich in den Pfiffen nieder. Nach dem Spiel äußerte sich der 28-Jährige emotional zu den Anfeindungen. "Jeder sollte sich hinterfragen, wie es ist, wenn man von dreißig,- vierzigtausend Menschen ausgepfiffen wird als 28-jähriger Junge.", sagte Reese.

Trainer Tobias Strobl stellte sich schützend vor seinen Spieler. "Das war nicht nur seine Entscheidung", betonte der Wolfsburger Coach. Er wies darauf hin, dass der Transfer von Reese zu Wolfsburg auch Hertha BSC genutzt habe.

Mehrere individuelle Fehler prägten den torreichen Verlauf. Karlsruhes Torhüter Hans Christian Bernat war direkt an zwei Gegentoren schuld. Beim 2:2 hätte er den Schuss von Souza halten können, beim 3:2 vor der Pause spielte er den Ball dem Wolfsburger Angreifer direkt vor die Füße. Auch auf der anderen Seite gab es einen groben Patzer. Wolfsburgs Keeper Jakub Zielinski spielte in der ersten Halbzeit einen katastrophalen Fehlpass, den Marvin Wanitzek nur knapp verfehlte. Bernat zeigte aber auch seine starke Seite mit einer herausragenden Parade gegen einen Schuss von Muhammed Damar.

Ein weiterer Diskussionspunkt war ein möglicher Elfmeter für den KSC in der 77. Minute. Noel Eichinger ging im Wolfsburger Strafraum nach einem Kontakt mit Mathys Angely zu Boden. Schiedsrichter Lars Erbst ließ das Spiel jedoch weiterlaufen. Die VAR-Schiedsrichterin Katrin Rafalski griff nicht ein. Diese Entscheidung soll im Einklang mit den neuen Richtlinien stehen, nach denen nur klare Fehler korrigiert werden.

Der deutliche Auswärtssieg gibt dem VfL Wolfsburg Rückenwind für die kommenden Aufgaben. Die Mannschaft hat nun sieben Punkte aus drei Spielen und eine starke Ausgangsposition für die nächsten Wochen geschaffen. Der nächste Prüfstein wartet bereits am 5. September. Dann empfängt der VfL zu Hause den Tabellensiebten Energie Cottbus. Ein Blick auf die Tabelle zeigt, dass Wolfsburg gut im Rennen liegt. Die komplette Planung für die kommenden Spiele findet sich auf unserer Spielplan-Seite. Für Trainer Strobl ist es wichtig, die defensive Stabilität der ersten beiden Spiele, in denen nur 22 Gegenschüsse pro Mannschaft erlaubt wurden, mit der nun gezeigten Offensivkraft zu verbinden.