Der VfL Wolfsburg steht vor dem Ende des Transferfensters am kommenden Dienstag unter erheblichem Druck, seinen Kader von aktuell 34 Profis zu verkleinern. Sport-Geschäftsführer Dieter Hecking muss Spieler verkaufen oder verleihen, um die Gehaltsliste zu entlasten und für die wirtschaftlich angespannte Lage des Klubeigners Volkswagen zu sorgen.

Die Innenverteidiger Moritz Jenz und Denis Vavro stehen ganz oben auf der Liste der Abgangskandidaten. Beide haben dem Verein mitgeteilt, dass sie den VfL verlassen möchten und sind deshalb vom Mannschaftstraining ausgeschlossen worden. Auch der Brasilianer Cleiton Santana dos Santos, der seit seiner Verpflichtung vor neun Monaten noch keine Pflichtspielminute sammelte, könnte den Verein wieder verlassen.

Weitere Spieler auf der Abschussliste

Zugelassen zum Training, aber ebenfalls mit unklarer Zukunft sind der Belgier Aster Vranckx und der algerische Stürmer Mohamed Amoura. Für beide ist ein Wechsel möglich, wenn passende Angebote eingehen. Besonders um Amoura, für den Wolfsburg 2024 fast 15 Millionen Euro zahlte, gibt es Gerüchte. Dem Stürmer werden Interessen aus der Bundesliga und aus Saudi-Arabien nachgesagt, wobei eine Ablöse für den Zweitligisten natürlich nicht symbolisch ausfallen wird.

Hecking hat in dieser Transferphase bereits erfolgreich als Verkäufer agiert. Der Wechsel von Dzenan Pejcinovic zum VfB Stuttgart brachte etwa 25 Millionen Euro ein, Konstantinos Koulierakis wechselte für rund 17 Millionen zur AS Rom und Patrick Wimmer für zehn Millionen zur TSG Hoffenheim. Insgesamt verzeichnet der Klub damit ein deutliches Transferplus. Acht Spieler wurden verkauft oder verliehen, sieben weitere verließen den Verein ablösefrei. Die neun Neuzugänge, darunter Fabian Reese von Hertha BSC und Alexander Bernhardsson von Holstein Kiel, kosteten zwar auch Geld, doch insgesamt wurde erstmals seit Jahren mit mehr Augenmaß gehandelt.

Trainer Tobias Strobl und Hecking legten bei der Kaderzusammenstellung Wert auf fußballerische Qualität und bewiesene Mentalität. Diese Rechnung geht bislang auf: Das Team holte vier Punkte aus den ersten beiden Zweitligaspielen und zog nach einem knappen Elfmeterschießen gegen die VSG Altglienicke in die zweite Pokalrunde ein. Die kommende Aufgabe ist anspruchsvoll: Am Samstag um 13 Uhr trifft der VfL beim Karlsruher SC auf einen ebenfalls mit vier Punkten gestarteten Gegner. „Das ist eine sehr spannende Mannschaft, die eine Handschrift hat, die schon sehr sichtbar ist“, sagte Strobl über den KSC.

Die aktuelle Tabelle und den kompletten Spielplan finden Sie auf unseren Seiten standings und fixtures. Die Partie in Karlsruhe wird ein Gradmesser dafür sein, ob die kämpferisch überzeugende, aber spielerisch noch ausbaufähige Mannschaft von Strobl ihre Form konsolidieren kann. Der Kader des KSC umfasst im Vergleich zu Wolfsburgs 34 nur 25 Spieler, eine standesgemäße Größe für die zweite Liga.